"... wobei ich unter dem Wort 'Welt', wie ich Ew. Gestrengen an dieser Stelle vermelden muß, nicht mehr verstanden wissen möchte, als einen auf dem großen Erdkreis beschriebenen Kleinkreis von so ungefähr vier englischen Meilen im Durchmesser ..."
(Laurence Sterne: Tristram Shandy, Bd. I, Kap. VII)
#VonWelt
Der #Rand ist es doch, der den ganzen Laden zusammenhält.
Über die Zentralität des Randständigen und einiges andere: https://vonwelt.hypotheses.org/668#rand-als-zentrum
Jean-Luc Nancy spricht in "Der Sinn der Welt" mit einer gewissen abgründigen Ironie davon, dass es einmal möglich gewesen sei, eine Krise des Sinns zu konstatieren. Inzwischen sei man jedoch einen Schritt weiter.
Dass er dies zu Beginn der 1990er Jahre schreibt, als so viele meinten, das sinnvolle Handeln des Weltgeistes endlich durchschaut zu haben, zeugt von seiner Weitsicht. Dass er gegenüber dieser Selbstsicherheit betont, wie wichtig Sinnverluste sind, um angstfrei leben zu können, zeugt von seiner Mischung aus Verschmitztheit und Gedankenschärfe.
"Teufel: Wissen Sie auch, was die Welt ist?
Rattengift [ein Dichter]: Welche Frage? Die Welt ist der Inbegriff alles Existierenden, vom kleinsten Würmchen bis zu dem ungeheuersten Sonnensystem.
Teufel: So will ich Ihnen denn sagen, daß dieser Inbegriff des Alls, den Sie mit dem Namen Welt beehren, weiter nichts ist, als ein mittelmäßiges Lustspiel, welches ein unbärtiger, gelbschnabeliger Engel, der in der ordentlichen, dem Menschen unbegreiflichen Welt lebt, und wenn ich nicht irre, noch in Prima sitzt, während seiner Schulferien zusammengeschmiert hat. Das Exemplar, in dem wir uns befinden, steht, glaube ich, in der Leihbibliothek zu X, und eben jetzt wird es von einer hübschen Dame gelesen, welche den Verfasser kennt und ihm heute abend, d.h. über sechs Trillionen Jahre, beim Teetische ihr Urteil darüber mitteilen will."
(C. D. Grabbe. Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung, II/2)
Die vermeintliche Selbstverständlichkeit von Welten nicht hinnehmen. Sich der "Beweltigung" entziehen.
“O my good lord, the world is but a word.”
(Shakespeare: Timon of Athens, II 2)
Wenn Max Weber in „Wirtschaft und Gesellschaft“ den Weltbegriff nahezu ausschließlich im Kontext der Religionssoziologie abhandelt – ist Welt dann vor allem eine Glaubenssache?
Bei unserer Abschlusskundgebung am Prinzipalmarkt warten neben Redebeiträgen und kleinen Musikacts auch die Bands #VONWELT und #HomeToParis mit Liveauftritten auf euch. So klingt die Demo mit Tanz und guter Laune aus.
Kurz: Diesen Tag wollt ihr bestimmt nicht verpassen!
Posted 18. September 2019 - 15:18 on Twitter
Origin: https://twitter.com/FFF_Muenster/status/1174341815987834882